Die Verbandskläranlage Region Hohenems zählt zu den leistungsstärksten und technologisch modernsten Anlagen in Vorarlberg. Sie bedient eine Region von 5 Gemeinden (Hohenems, Götzis, Altach, Mäder und Koblach) mit rund 50.000 Einwohnern, reinigt jährlich rund 6 Millionen Kubikmeter Abwasser und setzt dabei auf effiziente Verfahren und erneuerbare Energien.
Hohenems: Von der Gemeinde zur Stadt
Hohenems ist eine Stadt mit rund 18.700 Einwohnern im Bezirk Dornbirn in Vorarlberg. Mit dem Diepoldsauer Rheindurchstich und der Rheinregulierung konnte im Jahr 1923 die jahrhundertealte Hochwassergefahr gebannt und die Talsohle weiter besiedelt werden. Das Schreckgespenst regelmäßiger und verheerender Überflutungen des Talbodens verlor ab 1923 in Hohenems seine Bedeutung.
Große Teile des früheren Überschwemmungs- wurden nun in Kulturland umgewidmet. Der Rheinschlamm bot die Grundlage für fruchtbares Acker- und Weideland der bäuerlichen Höfe.
Das einst kleine Dorf konnte so dann stetig zur Stadt heranwachsen.
Die Grenznähe sollte nicht nur in den 20er-Jahren regen Schmuggel begünstigen, sondern von 1938 bis 1945 auch eine Fluchtmöglichkeit vor dem NS-Regime in die Schweiz darstellen – eine Flucht, deren Gelingen über Leben oder Tod entscheiden konnte. Die 2012 so benannte „Paul-Grüninger-Brücke“ erinnert an einen der Schweizer Menschen, die zahlreiche Flüchtlinge unterstützt hatten.
Profitieren sollte die Hohenemser Wirtschaft dann vor allem ab den 1950er-Jahren, als die Zeit der Weltwirtschaftskrise und des Zweiten Weltkrieges überwunden waren. Gerade die Nachbarschaft zur Schweiz beflügelte diesen Aufschwung. Heute ist in Hohenems eine beständig wachsende Vielzahl von erfolgreichen Unternehmen zu finden, die ein breites Spektrum abdecken.
Seit 1969 gehört Hohenems zum neu gegründeten Bezirk Dornbirn. 1983 wurde die Gemeinde anlässlich des 650-Jahr-Jubiläums des Stadtrechts von 1333 offiziell zur Stadt erhoben und ist seither die jüngste Stadt Vorarlbergs.
Kulturelle Highlights: Palast Hohenems, Schubertiade und Burg Alt-Ems sowie Jüdisches Viertel mit Museum & Cafe
Das Stadtbild wird vom Palast Hohenems dominiert, dem ehemaligen Residenzschloss der Grafen von Hohenems. Es gilt als bedeutendster Renaissancebau Westösterreichs. Berühmtheit erlangte der Palast durch den Fund zweier Handschriften des Nibelungenliedes in seiner Schlossbibliothek im 18. Jahrhundert.
1976 fand im Palast die erste Schubertiade statt, aus der sich ein international renommiertes Musikfestival entwickelte. In dessen Umfeld entstanden mehrere Museen, darunter das Schubertiade-Museum, das dem Komponisten Franz Schubert gewidmet ist.
Ein weiteres markantes Bauwerk ist die hoch über dem Tal gelegene Burganlage Alt-Ems, die mit sieben Toren, einer Zugbrücke und 47 Räumen.
Im 12. Jahrhundert erbaut, gehörte die 800 Meter lange Anlage damals zu den mächtigsten Burgen der ganzen Region. Ihre beherrschende Stellung über dem Rheintal verschaffte den Hohenemser Ritter eine bedeutende Stellung zwischen dem Habsburgerreich und der Eidgenossenschaft.
Die Stauferfestung diente unter auch als Verwahrungsort für prominente Gefangene wie ab 1195 Wilhelm III. (Sizilien) oder im Jahr 1206 Erzbischof Bruno von Köln.
1407 wurde die Burganlage im Appenzellerkrieg zerstört und dann sukzessive zur ausgedehnten Renaissance-Festung nach Plänen von Martino Longhi wiederaufgebaut.
Nach dem Aussterben der Grafen von Hohenems ging die Burg 1765 an Österreich und wurde 1792 auf Abbruch versteigert.
In den Jahren von 1938 bis 1940 sowie 1965/66 wurde die Burgruine stark restauriert, und 2006 bis 2007 erneut saniert.[1] Heute befindet sich die Ruine überwiegend im Privatbesitz der Familie Waldburg-Zeil-Hohenems.
Die Mauern des Palas und die Basis des Pulverturms mit seinen das Rheintal überblickenden Schießscharten sind wieder sichtbar gemacht.
Jüdisches Viertel
Das jüdische Viertel in Hohenems ist ein bedeutendes historisches Ensemble, das die
jahrhundertelange jüdische Geschichte der Stadt widerspiegelt und zahlreiche
erhaltene Gebäude umfasst. Einblicke dazu erhält man im Jüdischen Museum mit angeschlossenem Cafe.
Freizeit, Natur und Sport in Hohenems
Hohenems ist durch die zentrale Lage im Rheintal ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen, Mountainbike-Touren und Wintersport. Beliebte Ziele sind der Schlossberg mit der Ruine Alt-Ems, der Aussichtsberg Hohe Staufen, die Alpe Gsohl, das Gebiet Schuttannen sowie das Fluhereck mit der Emser Hütte. Die Kalkfelsgruppe Löwenzähne oberhalb von Emsreute lockt Sportkletterer an, und das nahegelegene Skigebiet Schuttannen bietet gute Möglichkeiten für Wintersport.
Der „alte“ Rheinverlauf ist nun Naherholungsgebiet und Biotop von überregionaler Bedeutung. Über 20 Fisch- und 100 Schmetterlingsarten finden hier nun einen Lebensraum; die unter Schutz stehende Bachmuschel belegt die Reinheit und den Sauerstoffreichtum dieses Gewässers. Um die umfangreiche Flora und Fauna zu bewahren, wurde das Gebiet unter Naturschutz gestellt
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