Produkte & Anwendungen

Additive für Coatings, Adhesives, Sealants, Elastomers (CASE)

10. Juni 2025
Donauchem Group
zwei Personen in Industrieanlage

Die Donauchem GmbH erweitert ihr Produktportfolio im Bereich der Spezialchemikalien für CASE.

 

Wofür steht „CASE“?

Das Kürzel „CASE“ ist ein Branchenkürzel und steht für Coatings, Adhesives, Sealants und Elastomers; Deutsch: Beschichtungen, Klebstoffe, Dichtstoffe, Elastomere. Diese chemischen Produkte basieren auf gemeinsamen Rohstoffen und Herstellungstechnologien. In der Chemischen Industrie werden sie oft unter dem Dach der Spezialchemikalien und Materialwissenschaften zusammengefasst und finden breite Anwendung in industriellen Prozessen.

 

Coatings / Beschichtungen

  • Funktion: Verleihen Oberflächen dekorative, schützende oder funktionale Oberflächen. Typische Beispiele für Beschichtungen sind Farben und Lacke.

  • Anwendungen: Automobilindustrie, Bauwesen, Elektronik, Verpackungen etc.

  • Typen: wasserbasiert, lösemittelbasiert, Pulverlacke, UV-härtend

 

Adhesives / Klebstoffe

  • Funktion: Verkleben Materialien dauerhaft durch Oberflächenhaftung.

  • Anwendungen: Verpackung, Bauwesen, Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt, Elektronik etc.

  • Typen: Epoxide, Polyurethane, Schmelzklebstoffe, Cyanacrylate

 

Sealants  / Dichtstoffe

  • Funktion: Füllen Zwischenräume und verhindern das Eindringen von Flüssigkeiten oder Luft oder bieten Isolierung sowie Schalldämmung.

  • Anwendungen: Konstruktionsfugen, Windschutzscheiben, Flugzeuginnenausstattung etc.

  • Typen: Silikon, Polyurethan, Polysulfid, Acryl

 

Elastomere

  • Funktion: Bieten Flexibilität und Elastizität. Sie werden insbesondere dort eingesetzt, wo Dehnung und Rückstellvermögen erforderlich sind.

  • Anwendungen: Reifen, Dichtungen, Schläuche, Schuhe etc.

  • Typen: Naturkautschuk, synthetische Kautschuke wie SBR, NBR, EPDM

 
 

Warum werden CASE als Einheit betrachtet?

Obwohl Beschichtungen, Klebstoffe, Dichtstoffe und Elastomere unterschiedliche Funktionen erfüllen, nutzen sie häufig ähnliche Basispolymere wie Polyurethane, Acrylate und Epoxide. Deshalb werden sie in der Industrie oft gemeinsam betrachtet und von vielen Formulierern und Rohstofflieferanten als ein Marktsegment bedient.

 

Die Produktgruppen in der Übersicht

Isophorondiamin (IPDA)

Isophorondiamin ist eine chemische Verbindung, die in der Industrie vor allem als Härter, Vernetzer oder Reaktionspartner in Epoxidharzsystemen, Polyurethanen und anderen polymeren Anwendungen eingesetzt wird. Insbesondere im CASE-Bereich (Coatings, Adhesives, Sealants, Elastomers) spielt IPDA eine zentrale Rolle.

 

Eigenschaften

  • Niedrige Viskosität

  • Hohe thermische Stabilität

  • Gute chemische Beständigkeit

  • Gute UV- und Lichtbeständigkeit (verglichen mit aromatischen Aminen)

  • Geringe Vergilbung bei transparenten Anwendungen

TypIsomerengemisch
Aggregatzustand
Farblose Flüssigkeit mit schwachem Amingeruch
Verwendung
Intermediate zur Herstellung von Isophorondiisocyanat (IPDI); Härter für Epoxidharzesysteme

Anwendungen im CASE-Bereich

  1. Epoxidharz-Härter:

    • Weit verbreitet in Industriebeschichtungen, Klebstoffen und Dichtstoffen.

    • Sorgt für harte, widerstandsfähige und chemikalienbeständige Oberflächen.

  2. Polyurethan- und Polyharnstoffsysteme:

    • Reagiert mit Isocyanaten zur Herstellung von elastischen Dichtstoffen oder Elastomeren.

    • Bietet guten Kompromiss zwischen Härte und Flexibilität.

  3. Beschichtungen:

    • Besonders geeignet für Anwendungen, bei denen UV-Beständigkeit und geringe Vergilbung gefragt sind (z. B. Klarlacke, Außenanwendungen).

  4. Klebstoffe & Dichtstoffe:

    • Verbessern die Haftung, Festigkeit und Dauerhaftigkeit der Systeme.

    • Besonders nützlich in Strukturklebstoffen im Automobil- oder Flugzeugbau.

Farbe ausleeren

Vorteile

Licht- und Wetterbeständigkeit:

  • Gute Haftung auf unterschiedlichen Substraten

  • Geeignet für transparente/helle Systeme


⚠️ Hinweise:

  • Gesundheitsgefahr: Haut- und Atemwegsreizend – entsprechende Schutzmaßnahmen (PSA) erforderlich.

  • Reaktivität: Muss sorgfältig dosiert und verarbeitet werden.

 

Isophorondiisocyanat (IPDI)

Isophorondiisocyanat (IPDI)ist ein wichtigesaliphatisches Diisocyanat, das vor allem in Anwendungen mithohen Anforderungen an UV-Stabilität, Transparenz und Wetterbeständigkeiteingesetzt wird – etwa imCASE-Bereich(Coatings, Adhesives, Sealants, Elastomers).

Eigenschaften

EigenschaftAnmerkung
Typ
Cycloaliphatisches Diisocyanat
Aggregatzustand
Niedrigviskose Flüssigkeit, farblos
Reaktivität
Mittel – langsamer als aromatische Diisocyanate
UV-Beständigkeit
Sehr hoch – keine Vergilbung
Kristallisation
Kein Problem bei Lagerung – bleibt flüssig

Anwendungen im CASE-Bereich

AnwendungEigenschaften
Beschichtungen (Coatings)
Klarlacke, Industriebeschichtungen, Holz- und Möbellacke Besonders geeignet für lichtechte, vergilbungsfreie Anwendungen
Klebstoffe (Adhesives)
In 2K-PU-Klebstoffsystemen Bietet elastische und dennoch beständige Verbindungen
Dichtstoffe (Sealants)
Für dauerelastische Abdichtungen, z. B. in der Bauindustrie Gute UV- und Witterungsbeständigkeit
Elastomere
Herstellung flexibler, klarer, abriebfester Elastomere Anwendungen z. B. in Sportgeräten, Rollen, technischen Teilen
Foam rollers

1,6 Hexamethylen Diisocyanate: HDI-Trimere und HDI-Biurets

Sowohl HDI-Trimer als auch HDI-Biuret stellen sehr wichtige industrielle Derivate von 1,6- Hexamethylendiisocyanat (HDI) dar. Beide zählen zu den aliphatischen Isocyanaten. HDI-Trimer entsteht durch Trimerisierung von HDI, bei der Isocyanatgruppen zu einem Isocyanurat-Ring reagieren. HDI-Biurets hingegen entstehen durch eine kontrollierte Reaktion von HDI mit Wasser. Dies führt zur Bildung von Biuret-Strukturen.
Verwendet werden sowohl HDI-Trimere als auch HDI-Biurets als Vernetzer in Polyurethan-Systemen.

Vergleich HDI-Trimer vs. HDI-Biuret

Merkmal/EigenschaftHDI-TrimerHDI-Biuret
Struktur
Isocyanurat-RingBiuret-Brücke
Flexibilität
Eher hartEtwas elastischer
UV-Beständigkeit
Sehr hochSehr hoch
Chemische Beständigkeit
Sehr gutSehr gut
Viskosität
Niedriger als BiuretHöher als Trimer
Typische Anwendungen
Klarlacke, Autolacke, FlugzeuglackeElastische Industrie- und Bautenlacke

4,4-Methylen-bis-(cyclohexylisocyanat) (H12MDI)

4,4-Methlyen-bis-(cyclohexylisocyanat), auch bekannt als H12MDI, ist einaliphatisches Diisocyanat, das in der Polyurethan-Chemie vor allem für Anwendungen, bei denenVergilbungsbeständigkeit,TransparenzundWitterungsstabilitätgefordert sind, eingesetzt wird.

Eigenschaften

EigenschaftAnmerkung
Typ
Aliphatisches Isocyanat (cycloaliphatisch)
Aggregatzustand
Flüssig oder fest (abhängig von der Temperatur)
Farbe
Farblos bis schwach gelblich
Reaktivität
Reaktiv gegenüber Polyolen, Aminen, etc.
UV-Beständigkeit
Hoch – nicht vergilbend
Dampfdruck
Niedriger als bei aromatischen Diisocyanaten (z. B. MDI, TDI)

Anwendungen im CASE-Bereich

AnwendungEigenschaften
Hochleistungsbeschichtungen (Coatings)
Außenanwendungen, Klarlacke, industrielle Schutzlacke Sehr wetter- und UV-beständig Keine Vergilbung – ideal für helle oder transparente Systeme
Klebstoffe (Adhesives)
Für Anwendungen mit hohen mechanischen Anforderungen Beständig gegenüber Chemikalien und Hitze
Dichtstoffe (Sealants)
Elastisch und dauerhaft – auch unter anspruchsvollen Bedingungen
Elastomere
Herstellung von transparenten, hochflexiblen PU-Elastomeren Einsatz z. B. in medizinischen Geräten, optischen Komponenten, automobiltechnischen Anwendungen
Sprühlack

Vergleich unterschiedlicher Diisocyanate

DiisocyanatAnwendung/Klarlacke
IPDI
Typ
Typ: Aliphatisch
UV-Beständigkeit
UV-Beständigkeit: Sehr hoch
Flexibilität
Flexibilität: Hoch
Sehr gut
HDI
Typ
Typ: Aliphatisch
UV-Beständigkeit
UV-Beständigkeit: Sehr hoch
Flexibilität
Flexibilität: Hoch
Sehr gut
MDI
Typ
Typ: Aromatisch
UV-Beständigkeit
UV-Beständigkeit: Niedrig
Flexibilität
Flexibilität: Niedrig
Vergilbt
TDI
Typ
Typ: Aromatisch
UV-Beständigkeit
UV-Beständigkeit: Niedrig
Flexibilität
Flexibilität: Mittel
Vergilbt

Produktübersicht HDI und IPDI

HDI (Monomer)

ParameterWertMethode
Aussehen
Klare und transparente Flüssigkeitvisuell
Farbe (APHA)
≤30kolorimetrisch
Gehalt
≥99,5 %GC
NCO-Gehalt
≥49,7 %Titration
Hydrolisierbare Chloride
≤100 mg/kgTitration

HDI Trimer

Methode
Farbe (APHA)
DT 330
DT 330 : ≤40
DT 339 B/S
DT 339 B/S : ≤40
DT 339 B
DT 339 B : ≤40
DT 360
DT 360 : ≤40
kolorimetrisch
NCO-Gehalt
DT 330
DT 330 : 21,8 ± 0,3%
DT 339 B/S
DT 339 B/S : 19,6 ± 0,3%
DT 339 B
DT 339 B : 19,6 ± 0,3%
DT 360
DT 360 : 23,0 ± 0,5%
---
Viskosität (23°C)
DT 330
DT 330 : 3000 ± 750 mPas
DT 339 B/S
DT 339 B/S : 550 ± 150 mPas
DT 339 B
DT 339 B : 550 ± 150 mPas
DT 360
DT 360 : 1200 ± 300 mPas
---
Monomeres HDI
DT 330
DT 330 : <0,1%
DT 339 B/S
DT 339 B/S : <0,1%
DT 339 B
DT 339 B : <0,1%
DT 360
DT 360 : <0,1%
---
Nicht flüchtiger Anteil
DT 330
DT 330 : ---
DT 339 B/S
DT 339 B/S : 90,0 ± 1,0%
DT 339 B
DT 339 B : 90,0 ± 1,0%
DT 360
DT 360 : ---
---
Form
DT 330
DT 330 : lösemittelfrei
DT 339 B/S
DT 339 B/S : 90% in n-Butylacetat/Solventnaphta 100 (1:1)
DT 339 B
DT 339 B : 90% in n-Butylacetat
DT 360
DT 360 : lösemittelfrei
---

HDI Biuret

Farbe (APHA)
DT 75 B
DT 75 B: ≤40
DT 75 M/X
DT 75 M/X: ≤40
DT 100
DT 100: ≤40
Methode
Methode: kolorimetrisch
NCO-Gehalt
DT 75 B
DT 75 B: 16,5 ± 0,3%
DT 75 M/X
DT 75 M/X: 16,5 ± 0,3%
DT 100
DT 100: 22,0 ± 0,3%
Methode
Methode: ---
Viskosität (23°C)
DT 75 B
DT 75 B: 160 ± 50 mPas
DT 75 M/X
DT 75 M/X: 250 ± 75 mPas
DT 100
DT 100: 10000 ± 2000 mPas
Methode
Methode: ---
Monomeres HDI
DT 75 B
DT 75 B: ≤0,5%
DT 75 M/X
DT 75 M/X: ≤0,5%
DT 100
DT 100: ≤0,5%
Methode
Methode: ---
Nicht flüchtiger Anteil
DT 75 B
DT 75 B: 75,0 ± 1,0%
DT 75 M/X
DT 75 M/X: 75,0 ± 1,0%
DT 100
DT 100: ---
Methode
Methode: ---
Form
DT 75 B
DT 75 B: 75% in n-Butylacetat
DT 75 M/X
DT 75 M/X: 75% in 1-Methoxypropyl-acetat/Xylol (1:1)
DT 100
DT 100: lösemittelfrei
Methode
Methode: ---

IPDI (Monomer)

ParameterMethode
Farbe (APHA)
Wert
Wert: ≤30
kolorimetrisch
Gehalt
Wert
Wert: ≥99,5%
GC
NCO-Gehalt
Wert
Wert: ≥37,5%
---
Chloride (total)
Wert
Wert: ≤200 mg/kg
---
Hydrolysierbare Chloride
Wert
Wert: ≤150 mg/kg
---

Fazit

Isocyanate sind eine Gruppe hochreaktiver chemischer Verbindungen, die eine oder mehrere Isocyanatgruppen (–NCO ) enthalten. Sie sind ein zentrales Bauelement in der Herstellung von Polyurethanen sowie in der CASE-Industrie (Coatings, Adhesives, Sealants, Elastomers).
 
 

Chemische Grundlagen

  • Funktionelle Gruppe: –N=C=O (Isocyanatgruppe)

  • Reaktionstyp: Hochreaktiv gegenüber Verbindungen mit aktiven Wasserstoffatomen (z. B. Hydroxylgruppen (–OH) oder Aminogruppen (–NH₂))

  • Hauptreaktion:

    • Mit Polyolen → Polyurethane

    • Mit Aminen → Harnstoffe (Ureas)

    • Mit Wasser → CO₂ (Schaumbildung) und Urea

Chemieillustration

Spezialprodukte, Performance Chemicals und Additive der Donauchem GmbH

Die Donauchem GmbH ist ein kompetenter Partner im Bereich der Additive für Kunden und die Industrie. Mit einem breiten Produkt-Portfolio sind wir in der Lage vielfältige Anforderungen zu erfüllen. Unsere erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Vertrieb, Produktmanagement, Technik sowie Forschung & Entwicklung stehen mit Beratung und technischer Unterstützung zur Seite.